Einsätze | 19.04.2003: Großfeuer über Aktivmarkt

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Datum/Uhrzeit: von 19.04.2003 20:05 Uhr
  bis 20.04.2003 00:05 Uhr
Einsatzort: Salzhausen, Haupstraße
Bezug: Feuer
Feuerwehr:
  • FF Gödenstorf-Oelstorf | TSF-W, MTF
  • FF Salzhausen | TLF 8W, RW, LF 8, MTF
  • FF Garstedt | TLF, LF, ELW
  • FF Garlstorf | TLF, LF 16 TS
  • FF Eyendorf | TSF
  • FF Putensen | TSF
  • FF Tangendorf | TSF
  • FF Lübberstedt | TSF-W
  • FF Winsen/Luhe | DLK
  • FF Buchholz in der Nordheide | DLK
  • FF Meckelfeld | DLK
Kameraden: 24
Einsatzleiter: Kreisbrandmeister Peter Adler

Ein Großbrand hat am Abend des Ostersonnabends den Dachstuhl eines kombinierten Wohn- und Geschäftshauses in der Hauptstraße in Salzhausen zu zwei Dritteln nahezu vollständig vernichtet. Auf einer Flächen von rund 40 x 40 Meter brannte der Dachstuhl samt sechs darin liegender Wohnungen aus, eine weitere Fläche von rund 20 x 20 Metern konnte durch den beherzten Einsatz der Feuerwehrleute zum Großteil gehalten werden. Schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden weitere 7 Wohnungen, die direkt unter dem Brandherd lagen bzw. in dem vom Feuer unversehrten Teil des Gebäudes. Ebenfalls schwer getroffen hat es den im Erdgeschoss liegenden EDEKA Aktivsupermarkt, hier richteten Rauch und Löschwasser schwere Schäden an. Menschen kamen bei dem Feuer nicht zu Schaden, es entstand aber ein noch am Brandort vorsichtig geschätzter Sachschaden, der einen Betrag von vier Millionen Euro erreichen dürfte. Die gesamte komplexe Brandstelle wurde von der Polizei beschlagnahmt, Brandermittlungsexperten der Polizei müssen nun die bis jetzt unbekannte Brandursache ermitteln.
Die parallel stattfindenden Osterfeuer für viele Feuerwehren nahmen um 19.54 Uhr und in der Folgezeit ein jähes Ende. Um 19.54 Uhr wurde die Feuerwehr Salzhausen alarmiert. Bereits eine Minute nach der Alarmierung waren die Salzhausener Feuerwehrkräfte im Einsatz und drei Minuten nach der Alarmierung vor Ort. Bei Eintreffen der ersten Kräfte brannte gerade die Dachhaut des Ersten der drei betroffenen Hausabschnitte durch, böiger Wind trieb das Feuer rasch in weite Teile des hartgedeckten Dachstuhles. Umgehend bereiteten die Feuerwehrleute einen umfassenden Löschangriff vor und ließen eine zügige Nachalarmierung weiterer Feuerwehrkräfte durchführen. Binnen kurzer Zeit wurden die Feuerwehren aus Garlstorf, Garstedt, Gödenstorf-Oelstorf und die Feuerwehr Winsen mit der Drehleiter in Marsch gesetzt. Von drei Seiten führten die ersten Einsatzkräfte einen Löschangriff durch, konnten aber trotz der Schnelligkeit nicht verhindern, dass das Feuer sich weiter ausbreitete. Immer wieder fachten heftige Windböen den Brand an, und binnen 15 Minuten stand der Dachstuhl auf einer Länge von 40 Metern im Vollbrand. Eine Brandbekämpfung im Innenangriff war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, zu groß war die Brandintensität. Weitere Feuerwehren aus Eyendorf, Lübberstedt, Putensen, Tangendorf sowie weiteren Drehleitern der Feuerwehren aus Buchholz und Meckelfeld mussten nachalarmiert werden. Zudem wurde die Feuerwehr Evendorf aus der Nachbargemeinde Hanstedt alarmiert, um den Brandschutz in der Samtgemeinde Salzhausen für die Zeit des Löscheinsatzes sicher zu stellen. Die Evendorfer Wehr ging am entblößten Garlstorfer Feuerwehrhaus in Stellung. An der Einsatzstelle in Bereitschaft gingen zusätzlich die Wehren aus Vierhöfen und Wulfsen. Mit einem massiven Löschangriff gingen die mittlerweile gut 200 eingesetzten Feuerwehrleute gegen den Großbrand vor. Mit zwölf C- und vier B- Strahlrohren sowie drei Wenderohren über die drei Drehleitern wurde der Brand nun bekämpft. Nach gut einer Stunde schließlich hatten die Feuerwehrleute unter der Leitung von Kreisbrandmeister Peter Adler, dessen Stellvertreter Dieter Reymers, Salzhausens Gemeindebrandmeister Hermann Köster und dessen Stellvertreter Dieter Mertens den Brand unter Kontrolle. Massiv behindert wurden die Löscharbeiten durch die enorme Rauchentwicklung, 44 Feuerwehrleute mussten unter umluftunabhängigen Atemschutz vorgehen Zusätzlich wurde die Bereitschaft der Feuerwehrtechnischen Zentrale aus Hittfeld alarmiert, mit dem Wechselladerfahrzeug wurden große Mengen an Schlauchmaterialien, Atemluftflaschen samt Atemschutzgeräten und Atemschutzmasken an die Einsatzstelle gefahren. Immer wieder flackerten Brandnester in dem ausgebrannten Dachstuhl auf, die abgelöscht werden konnten. Erst als Teile der Giebel eingerissen wurden, konnten auch hier erfolgreich die Brandnester bekämpft werden. Gerade noch rechtzeitig zum Stoppen kam die Brandausdehnung im dritten Gebäudeabschnitt. Unbemerkt von allen hatte sich das Feuer unter der Dachhaut in diesen Gebäudeabschnitt vorgefressen. Erste Flammen züngelten bereits aus der Dachhaut, hier jedoch konnte sofort von den Drehleitern aus der Brand bekämpft werden. Weitere Feuerwehrleute gingen im Innenangriff gegen die Flammen vor und konnten, nachdem Teile der Zwischendecke entfernt wurden, den Brand rechtzeitig stoppen. Dank des massiven Einsatzes der Feuerwehr konnte nach drei Stunden „Feuer aus" gemeldet werden. Die Salzhausener Feuerwehr verblieb bis in die frühen Morgenstunden am Brandort und führte Nachlöscharbeiten durch.
Parallel zu diesem Einsatz mussten drei weitere Brände in der Samtgemeinde Salzhausen bekämpft werden. Die Feuerwehr Wulfsen wurde zu einem vermeintlichen Flächenbrand an der Strecke zwischen Tangendorf und Wulfsen gerufen. Hier jedoch wurde kein Feuer festgestellt. Die Feuerwehren aus Gödenstorf-Oelstorf und Lübberstedt konnten gerade noch ein außer Kontrolle geratenes Osterfeuer in Oelstorf ablöschen und verhindern, dass dieses auf eine Waldfläche übergriff. Die Feuerwehr Vierhöfen musste ebenfalls einen Flächenbrand in Vierhöfen bekämpfen.

(Bericht: Matthias Köhlbrandt, KPW / Bilder: Matthias Köhlbrandt, KPW)