Einsätze | 23.07.2003: Großfeuer Landmaschinenfirma

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Datum/Uhrzeit: von 23.07.2003 18:19 Uhr
  bis 23.07.2003 23:00 Uhr
Einsatzort: Salzhausen, Eyendorfer Straße
Bezug: Feuer
Feuerwehr:
  • FF Gödenstorf-Oelstorf | TSF-W, MTF
  • FF Salzhausen | TLF 8W, RW, LF 8, MTF
  • FF Garstedt | TLF, LF, ELW
  • FF Garlstorf | TLF 8, LF 16 TS, MTF
  • FF Eyendorf | TSF
  • FF Putensen | TSF
  • FF Tangendorf | TSF
  • FF Winsen/Luhe | DLK
  • Sonderzug Spüren und Messen: FF Jesteburg
  • Zug Kreisbereitschaft: FF Eckel, Bendestorf, Ehestorf, Harmstorf, Hittfeld, Klecken, Moisburg, Ohlendorf, Tötensen
Kameraden: 16
Einsatzleiter: KBM Dieter Reymers, OBM Salzhausen Dieter Mertens

Ein Großfeuer hat am Mittwochabend einen Landmaschinenhandel in der Eyendorfer Straße in Salzhausen nahezu vollständig vernichtet. Eine gut 50 x 30 Meter große Lagerhalle samt darin abgestellter landwirtschaftlicher Maschinen wie zum Beispiel Traktoren brannte dabei nieder, das direkt angrenzende Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude wurde erheblich beschädigt. Gut 240 Feuerwehrleute aus vielen Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Salzhausen sowie von drei Einsatzzügen der Feuerwehrkreisbereitschaft waren stundenlang im Einsatz, um das Großfeuer zu löschen. Menschen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden, die Feuerwehr rettete zwei Katzen aus dem verqualmten Verwaltungsgebäude. Die Brandursache ist noch ungeklärt, die weiteren Ermittlungen hierzu hat das Polizeikommissariat Salzhausen übernommen. Die Schadenshöhe konnte bisher nicht genau beziffert werden, jedoch sind mindestens 500.000 € Sachschaden aber eher sogar mehr als wahrscheinlich anzunehmen.

Bemerkt wurde der Brand von einem Angestellten der Firma. Dieser wurde kurz nach 18 Uhr auf einen Knall im hinteren Bereich der Lagerhalle aufmerksam. Beim Nachschauen entdeckte er Rauch und Flammen und alarmierte umgehend die Feuerwehr. Bereits auf der Anfahrt konnte sich die alarmierte Feuerwehr aus Salzhausen an einem dichten Rauchpilz orientieren, umgehend wurde auf die sechste Alarmstufe erhöht und die Feuerwehren aus Eyendorf, Garlstorf, Garstedt, Gödenstorf-Oelstorf und Putensen nachalarmiert. Bei Eintreffen der ersten Kräfte der Salzhausener Feuerwehr brannte der Werkstattteil der Lagerhalle bereits in voller Ausdehnung, das Feuer breitete sich rasend schnell weiter aus. Mit einem massiven Löscheinsatz gingen die von Kreisbrandmeister Dieter Reymers und Salzhausens Ortsbrandmeister Dieter Mertens geführten Feuerwehrleute gegen die Flammen vor, konnten aber in der Anfangsphase ein weiteres Ausbreiten der Flammen nicht verhindern. Mit einer Riegelstellung wurden nun die Räumlichkeiten des Verwaltungsgebäudes geschützt, parallel gingen Feuerwehrleute auf das Dach des Gebäudes vor, um die Oberlichter zu öffnen und so den Brandrauch ungehindert ins Freie zu lassen. Somit konnte die Gefahr einer eventuellen Durchzündung vermieden werden. Der Rauch war es überhaupt, der den Einsatzkräften zu schaffen machte. Die Rauchentwicklung war so stark, dass der gut 100 Meter hohe Rauchpilz noch im 25 Kilometer entfernten Lüneburg zu sehen war. Auch dort riefen besorgte Bürger die Feuerehreinsatzleitstelle an und meldeten den Rauchpilz. Aufgrund der erheblichen Rauchentwicklung mussten insgesamt 50 der alles in allem 240 eingesetzten Feuerwehrleute unter Atemschutz die Löscharbeiten durchführen. Um stets ein ausreichendes Potenzial an Atemschutzgeräteträgern vor Ort zu haben waren zwischenzeitlich die Feuerwehr Tangendorf sowie zwei Einsatzzüge der Feuerwehrkreisbereitschaft, bestehend aus den Feuerwehren Bendestorf, Eckel, Ehestorf, Harmstorf, Hittfeld, Klecken, Moisburg, Ohlendorf und Tötensen mit weiteren Atemschutzgeräteträgern nachalarmiert worden. Mit Lautsprecher- und Rundfunkdurchsagen wurden zudem die Bürger Salzhausens und der umliegenden Orte aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Trotz aller Schwierigkeiten gelang es der Feuerwehr innerhalb einer Stunde, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Giftige Gase konnten in dem Brandrauch durch die Spezialisten des ebenfalls alarmierten Einsatzzuges Spüren und Messen aus Jesteburg nicht nachgewiesen, lediglich die Kohlenmonoxidkonzentration war etwas erhöht als üblich. Erst nachdem der Brand weitestgehend gelöscht war, entbehrte sich ein Bild der Verwüstung. Sämtliche Gerätschaften und Traktoren in der ausgebrannten Halle waren zerstört. Zudem bestand die Gefahr, dass Gas- und Sauerstoffflaschen, die in dem Werkstattteil untergebracht waren, zerknallten. Mit reichlich Wasser wurde ein Bersten der unter Druck stehenden Behälter verhindert. Diese wurden vom Lieferanten schließlich abgeholt. Nach und nach konnten die Feuerwehrleute schließlich die Strahlrohre, in Spitzenzeiten wurden dabei acht C- und vier B-Strahlrohre, ein Wasserwerfer, ein Wenderohr über die Drehleiter und ein Schaumrohr eingesetzt, zurücknehmen. Doch erst nach Mitternacht schließlich waren alle Brandnester so weit abgelöscht, dass bis auf eine Brandwache alle Kräfte wieder in ihre Stützpunkte zurückkehren konnten.

(Bericht: Matthias Köhlbrandt, KPW / Bilder: Matthias Köhlbrandt, KPW)